Зв’язки України з Гірничою Академією у Фрайберзі (нім.)


Jewgeni Kastschenko, Vertreter der GEW  

28.10.2015

 Beziehungen zwischen der Ukraine und der Bergakademie in Freiberg/Sachsen

Das folgende  Essay zum 250sten Jahrestag des Bestehens der Technischen Universität “Die Bergakademie Freiberg”, die seit vielen Jahren mit der Nationalen Bergbauuniversität in Dnipro/ Ukraine zusammenarbeitet, wurde uns von Jewgen Kastschenko aus Deutschland zugesandt.

Bald wird sich die Delegation der Nationalen Bergbauuniversität, bestehend aus 30 Studenten unter der Leitung von Rektor Gennady Piwnjak zu den Jubiläumsfeierlichkeiten der ältesten Bergbauinstitution der Welt, Freiberger Bergakademie auf die Reise begeben. Wir danken Herren J. Kastschenko für rechtzeitige und interessante Informationen.

  “Nach der Gründung der Bergakademie in Freiberg/Sachsen am 21.November 1765 durch Friedrich Anton von Heynitz und Friedrich Wilhelm von Oppel, Schüler des renommierten Bergrates Johann Friedrich Henckel, wurde im Sommer 1766 mit der regelmäßigen Ausbildung der ersten Schüler begonnen. Zum Studium sind 19 Schüler eingeschrieben worden, der erste Schüler war Friedrich Wilhelm von Trebra. Die Studenten hörten die Vorlesungen in drei Räumen eines privaten Gebäudes eines der Gründer der Bergakademie. Freiberg war lange nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland als Haupstadt des Bergbaus bekannt.

Die jahrhundertealte Tradition und die Errungenschaften des Bergbaus in Europa konzentrierten sich auf diese sächsische Stadt. Sie zog Wissenschaftler, Spezialisten verschiedener Fachrichtungen, Bergleute und Metallurgen an, die hier die Bergbauwissenschaften weiterentwickelten. Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) war Sachsen wirtschaftlich erschöpft, es fehlte an Fachkräften, die die Industrie, insbesondere die Bergbau- und Hüttenindustrie ankurbeln könnten. Örtliche Bergleute, die sich mit dem Bergbau auskannten, boten dem Regenten von Sachsen, dem Prinzen Xavier, an, eine höhere Bergbauschule zu errichten, die den damaligen Anforderungen des Bergbaus entsprach und dessen theoretische und praktische Weiterentwicklung förderte. Ihre überzeugenden Argumente veranlassten ihn, sein Reskript über die Gründung einer höheren Bergbauinstitution in Freiberg zu unterzeichnen.

 Die zukünftige Bergakademie hat sich zu einem Vorbild für die Gründung anderer höherer Bergbau- und Hütteninstitutionen in Europa entwickelt. Die Nachricht, dass man in Deutschland die Möglichkeit hat, fundierte Kenntnisse im Bergbauwesen zu erwerben, hat sich auf der ganzen Welt verbreitet. Bereits sechs Jahre nach der Gründung der Bergakademie war der erste Ausländer, ein Student aus den Niederlanden,eingeschrieben: Anton Albert  Vergeel (1771).

 Der erste Student slawischer Herkunft war ein Ukrainer aus Lebedyn, der sich 1774 persönlich als Student einscribiert hatte. Fedir Mojsejenko (1754-1781) schrieb in Latein über sich: ” kam, nachdem er humanistischen Studien in der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg absolviert hatte, auf Geheiß von Catharina II.der Großen am 20. Dezember1774 nach Freiberg, wo er an der Bergakademie seiner Durchlaucht des Kurfürsten von Sachsen die größtmögliche Bildung und Wohlwohlen sehr berühmter  und gebildeter Lehrer genoss und diesen seine ergebenste Gesinnung ihnen gegenüber bezeugt.”( Übersetzung aus dem Lateinischen von Dr. Matthias Korn.)

Zu den Lehrern von Mojsejenko gehörten der bekannte Mineraloge Abraham Gottlob Werner und Gelehrter der Chemie Christlieb Ehegott Gellert.

Später an der Leipziger Universität hörte der ukrainische Student Vorlesungen in Physik, Philosophie und Naturgeschichte. In Leipzig erschien sein Buch in deutscher Sprache: ” Mineralogische Abhandlung von dem Zinnsteine, verfaßt von Theodor Mojsejenkow, Leipzig 1779″.

 In St.Petersburg ist Mojsejenko zu einem Adjunkt  der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften und Künste für Chemie und Mineralogie gewählt worden. So war er das erste gewählte Mitglied der Akademie auf dem Fachgebiet ” Mineralogie”.

 Zu seiner Zeit waren seine Übersetzungen der klassischen Literatur und Abhandlungen über die Geschichte bekannt. Während er sich auf eine wissenschaftliche und berufliche Reise auf die Krim vorbereitete, starb Mojsejenko urplötzlich im 26. Lebensjahr in Moskau. Sein geologisches Schaffenserbe zeugt in deutlicher Weise davon, dass er “der erste wissenschaftliche Mineraloge der Ukraine “war. So N.D.Borysjak (1867).

 Studenten aus dem zaristischen Russland nahmen nach ihrer Anzahl jahrhundertelang den ersten Platz unter den ausländischen Studenten der Bergakademie ein, viele von ihnen kamen aus der Ukraine. In den Jubiläumssammlungen der Bergakademie  von 1866 und 1916 Jahren findet man Listen der Studenten, die aus der Ukraine stammen; unter ihnen – Ukrainer, Russen, Polen, Juden, Deutsche, Österreicher: Staatsangehörige Russlands, Österreich-Ungarns, Deutschlands. Deren Matrikeln weisen die ganze Geographie des heutigen Staatsterritoriums der Ukraine auf.

 Die Anzahl der ausländischen Studierenden an der Bergakademie Freiberg war traditionell hoch. In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg erreichte sie ein Rekordniveau: etwa die Hälfte der Studenten bestand aus Ausländern. Zwischen dem Ersten  und dem Zweiten Weltkrieg nahm die Zahl der Studenten sowie der Ausländer erheblich ab.

 Nach dem Krieg studierten einige Zeit (bis 1952) keine ausländischen Studenten an der Bergakademie. Seit 1952 ist deren Zahl allmählich gewachsen und im Jahr 1964 waren es etwa 60 Studenten.

 Eine bedeutende Rolle in der Nachkriegsentwicklung der Bergakademie spielten sowjetische Fachleute und Wissenschaftler. Sie gaben ihre Erfahrungen an deutsche Studenten weiter, arbeiteten als Lehrer an verschiedenen Fakultäten und führten die notwendigen Konsultationen durch.

 Die internationalen Beziehungen der Bergakademie beschränkten sich zu dieser Zeit nicht nur auf die Ausbildungausländischer Studierender, auf Praktika der wissenschaftlichen Mitarbeiter, auf  Betriebsexkursionen usw; zielgerichtet wurden Vereinbarungen über Kooperation mit Hochschulen sozialistischer Länder, mit Universitäten der Sowjetunion, einschließlich fachverwandten ukrainischen Institutionen abgeschlossen. Beispielweise wurde am 7. Februar 1968 eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit mit dem Polytechnischen Institut in Donezk unterzeichnet. Nach der Ausrufung der Unabhängigkeit der Ukraine wurden die Beziehungen zwischen den ukrainischen Universitäten und der Bergskademie in Freiberg konsequent und fruchtbar fortgesetzt. Gegenwärtig bestehen partnerschaftliche Verträge der Bergakademie mit ukrainischen Institutionen – mit der Nationalen Bergbauuniversität (NBU)- Doppeldiplom; mit der Nationalen Metallurgischen Akademie der Ukraine (NMetAU), mit der Prydniprowska Staatsakademie für Bauwesen und Architektur (PSABA) alle in Dnipro und mit der Nationalen Technischen Universität der Ukraine- KPI in Kyiw. Die Kooperation mit anderen Hochschulen der Ukraine wird in Betracht gezogen.

 Auf Bildungsmessen der deutschen Universitäten in Kyiw ist unter den zehn bekanntesten Hochschulen regelmäßig die NBU präsent. War im Jahr 1993 nur ein ukrainischer Student an der Bergakademie, so belegte die Ukraine 2013 den zweiten Platz (nach der VR China) an der Anzahlder studierenden Ausländer. Im gleichen Jahr nahm die Bergakademie den dritten Platz unter den führenden ausländischen Hochschulen ( von 170), eines Rating in Kyiw ein.

 Es gibt einen lebhaften Austausch von Studenten und Übungsplätzen. Ein aktuelles Beispiel: Am 21.August 2015 führte eine Gruppe deutscher Bergbaustudenten unter der Leitung von Prof.Dr.Carsten Drebenstedt, Professur für Bergbau-Tagebau, ihr Praktikum in der Dnipropetrowsker Bergbauregion und an der NBU durch.

 Die Zeitung “Freie Presse” berichtete im Juni 2015, dass zwei Ukrainer , die ersten Absolventen des Studiumganges “Advanced Mineral Resource Development” seien, der an der Universität Leoben (Österreich), an der Technischen Universität  Bergakademie Freiberg (Deutschland), und an der Nationalen Bergbauuniversität Dnipro (Ukraine) unterrichtet wurde. Die Namen der ukrainischen Studenten, Auszubildenden und Absolventen der Bergakademie, die in Freiberg ihre Kenntnisse erlangt haben, stehen in den Regalen der Universitätsbibliotheken. Ihre Werke, beginnend mit F.P. Mojsejenko, M.F.Parschin, J.I.Tanar, übrigens, der Letzte war ein Vertreter der Katherynoslawer höheren Bergfachschule und anderen, stehen der modernen internationalen Studentenschaft zur Verfügung und werden von ihnen rege genützt.”

Quellenangabe

1. Archiv  der Technischen Universität ” Bergakademie Freiberg” und   Sächsisches Bergarchiv

2. Festgabe zum 300. Jahrestag der Gründung der Stipendienkasse für akademische Ausbildung im Berg- un Hüttenfach zu Freiberg  in Sachsen.   Herausgegeben vom Rektor der Technischen Universität “Bergakademi Freiberg”, Freiberg, 2002, Technische Universität “Bergakademie Freiberg”

  

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